Ich liebe es, an einer Straßenbahnhaltestelle zu stehen, die alte Tatra-Bahn kommen zu sehen und wie sie vor mir surrt und quietscht, bis sie zum Stehen kommt. Dann geht es die Stufen hinauf und sie gibt mächtig Gas. Aber da liegt das Problem. Nicht jeder kommt die Stufen rauf und sie verbraucht zu viel.
2005 gab die BVG eine Ausschreibung für neue Niederflurstraßenbahnen auf. Die Entscheidung fiel zugunsten der Incentro von Adtranz (heute Bombardier) aus der die Flexity Berlin entwickelt wurde. Auf der InnoTrans 2008 hatten Stefan und ich die Gelegenheit, sie zu besichtigen. Vorher wurde eine weitere Flexity bereits auf dem Alexanderplatz dem Publikum vorgestellt.
Gestaltet wurde die Straßenbahn laut BVG im Bauhaus-Stil: Schlichte und einfache Formen. Ich finde sie die schönste Straßenbahn, die in den letzen 20 bis 30 Jahren gebaut wurde. Die meisten anderen Städte scheinen sich mit Hässlichkeit und kitschigen oder langweiligen Formen zu überbieten. Deshalb großes Lob an die BVG und IFS Design, die für die Gestaltung zuständig waren. Ein Unterschied zum ursprünglichen Design ist mir aber aufgefallen:

In der Zeichnung ziert die Front der Tram noch ein Berliner Bär im Wappen. Die Vorserienbahn dagegen das Bombardier-Logo.
Positiv fällt außerdem die neue Fahrgastinformation auf Bildschirmen auf. Sie ähnelt denen der U-Bahn, kann aber schon die nächsten fünf Stationen anzeigen (was allerdings in anderen Städten schon Standard ist).
Die ersten vier Trams werden auf auf der Linie M4 starten und später auch auf der M5, M2 und M10 ausgeweitet werden. Trifft sich gut, da ich fast nur M4 und M10 fahre und schon auf meine Jungfernfahrt mit einer Flexity Berlin gespannt bin.
Quellen: BVG (Pressemitteilung vom 19.09.2008 und 13.04.2008), Wikipedia



