Seit Monaten wird der seit 1995 denkmalgeschützte U-Bahnhof Rosenthaler Platz der Linie 8 renoviert / restauriert – und dies vor dem Hintergrund seiner bewegten Geschichte. Bereits vor dem ersten Weltkrieg von der AEG als Teil der GN-Bahn geplant, konnte er aufgrund der Kriegswirren, title Liquidation der Betreibergesellschaft und der Hyperinflation erst am April 1930 in Betrieb genommen werden, um mit dem Mauerbau am 13.8.1961 wiederum zu einem Geisterbahnhof zu mutieren.
Leider habe ich es damals versäumt, eine Geisterbahnfahrt mitzumachen, aber dieses Video vermittelt doch einen gewissen Eindruck von der User Experience. Nach einem Intermezzo als U-Bahnhof mit angeschlossener Grenzkontrollstelle wurde der reguläre Betrieb am 1.7.1990 wieder aufgenommen.
Und dieser hat seine Spuren hinterlassen, insbesondere aufgrund der unterlassenen Wartungsarbeiten. Zum einen die auch auf anderen Bahnhöfen dieser Art nach dem Entwurf von Alfred Grenander – z. B. Hermannstraße – zu beobachtenden Arbeiten an den Fugen der Tunnelsegmente (ich bin kein Fachmann in diesem Metier; vielleicht könnte einer der Leser uns erklären, was da gemacht wird). Andererseits ist zu beobachten, mit welchem Aufwand die Erneuerung der Wandfliesen betrieben wird (Kennfarbe: orange).
Um so frustrierend empfinde ich daher die Schmierereien mit fetten Filzstiften, die jede neue Wandfläche sofort ereilen. Anstatt sich an der Eleganz des Designs aus den 20er-Jahren zu erfreuen, versuchen irgendwelche Spacken hier ihre Ego-Defizite zu kompensieren.
Erfreut bin ich allerdings, daß am Ausgang zum Rosenthaler Platz ein neuer Kiosk eingebaut wird; ich werde einen Blick hineinwerfen und berichten, sobald dieser eröffnet.




U-Bahn-Blog &raq...log
16. Oktober 2008
17:17 Uhr
[…] die Blogroll geschafft hat. Neben dem gefälligen Design des Blogs findet sich hier unter anderem ein Bericht zu den Sanierungsarbeiten am U-Bahnhof Rosenthaler Platz, der die Schmierereien auf dem Bahnhof beklagt. Eben typisch Berliner Unkunst, der vielleicht auch […]
Andre
16. Oktober 2008
17:31 Uhr
Da ich in meiner Kindheit häufig diese Strecjje gefahren bin, kann ich nur sagen, dass die “User Experience” in Wirklichkeit noch bizarrer war. Ich vermisse das grüne Neonlicht und die VoPos mit MP im Anschlag
Andre
16. Oktober 2008
17:31 Uhr
Der Schreibfehler rührt übrigens daher, dass ich meinen Kommentar nur zur Hälfte sehen kann, wenn ich ihn schreibe!
Stefan
17. Oktober 2008
13:53 Uhr
@Andre: Die VoPos kenne ich nur von den Fahrten durch die SBZ nach Berlin. Aber das ist eine andere Story….
Stefan
17. Oktober 2008
14:01 Uhr
@Schaffner: Es ist ja nicht so, daß ich alle Facetten der “Berliner Unkunst” prinzipiell beklage – selbige ist Teil der Berliner Identität, die ich so mag.
Wenn es denn wenigstens Grafitti wäre, in welches Zeit, Geld, Talent, Kreativität und Adrenalin investiert wird. Mit diesem Filzstiftmist will ich mich aber wirklich nicht anfreunden. Schon gar nicht wenn ich den enormen Aufwand bedenke, mit dem versucht wird, dem Denkmalschutz gerecht zu werden. Seufz.
Nico
17. Oktober 2008
16:51 Uhr
@Andre Der IE-Bug ist nun behoben. Und es sieht auch hübscher aus. Danke für den Hinweis und viel Spaß beim nächsten Kommentar
Es gibt immer wa...ial
7. Dezember 2008
15:23 Uhr
[…] Fähigkeiten? Wie dies funktioniert, kann ich seit Monaten auf meinem morgendlichen Weg zum U-Bahnhof Rosenthaler Platz in der Torstraße Augenschein […]
markus
20. Januar 2009
15:05 Uhr
Leider treffen die neuen Fliesenfarben nicht die alte. Die Renovierung sieht ganz grausam aus!
Nico
20. Januar 2009
15:11 Uhr
@Markus das stimmt leider. Erstaunlicherweise sehen die alten Fließen viel frischer und neuer aus und strahlen in schönem Orange. Und am Fahrstuhl haben sie sich garnicht erst die Mühe gegeben, sie historisch nachzubauen. Aber unter Architekten herrscht ja die Meinung, dass neue Anbauten auch immer als solche zu erkennen sein müssen.
Klaus
24. Mai 2010
16:18 Uhr
Die ganze widersprüchliche Geschichte dieser Gegend spiegelt sich in vielen Details wieder. Dazu gehört auch der U-Bahnhof mit seinen unterschiedlichen Zugängen. Auch die Graffitis uns Zettelreklamen sind ein Teil dieser “Mitte”.