Endlich war es so weit:
Nach selbst für Berliner Verhältnisse üppigen 14 Jahren Bauzeit – Spiegel & Co. haben ja ausführlich hierüber berichtet – wurde dem Steuerzahler heute morgen sein neuestes Spielzeug vorgeführt: die Kanzler-U-Bahn, die Stummel-Bahn, die halbe U4 – oder wie sie letztlich auch immer heißen mag.
Auch Neu-Berliner neigen ja mit der Zeit zu massiver Ungeduld, weswegen ich gestern abend bereits vergeblich versuchte, einige Aufnahmen der U55 zu machen. Leider hatte ich die Rechnung ohne das PR-Regime des Berliner Senates gemacht; das gemeine Volk durfte erst heute gucken & staunen.
Das habe ich dann auch. Unglaublich, was hier verbaut wurde. Selbst die Absperrgitter des ungenutzen zweiten Gleises (Weiß jemand, warum nur ein Gleis in Benutzung ist? Nutzt sich das nicht ungleichmäßig ab?) sind für die Ewigkeit gemacht.
Wie fährt es sich?
Zunächst müffelig, denn die neuen Sitzbezüge riechen noch freundlich vor sich hin. Immerhin haben sie sie Scheiben der Züge (bzw. des Zuges?) nicht mit dieser dusseligen Folie beklebt.
Für alle, die es heute nicht mehr schaffen, habe ich zum Trost ein kleines Video gemacht:
Die Einfahrt des U55 Premierenzuges – vom Hauptbahnhof kommend – in die U-Bahnstation Bundestag zur Weiterfahrt zur U-Bahnstation Brandenburger Tor:
Habe außerdem noch einen ganzen Schwung an Fotos der drei Stationen Brandenburger Tor, Bundestag und Hauptbahnhof gemacht – die stelle ich dann in einem weiteren Post vor.
Abschließend noch ein Tipp: Die Station Brandenburger Tor ist wegen des Grundwasserpegels wirklich chillig. Genau genommen schon eher kalt – gute Möglichkeit, sich dieser Tagen abzukühlen…




Malte
9. August 2009
18:42 Uhr
Neue Sitzbezüge? Sind das neue Züge? Auf den Fotos sah es immer so aus, als hätten sie diese alten Einzelwagen aus den 70er-Jahren eingesetzt.
Stefan
10. August 2009
07:31 Uhr
Komplett aufgearbeitete Züge, riechen wie neu. Und die Sitzbänke sind wie früher richtig gepolstert.
Vermutlich schätzt man den Aufwand zur Beseitigung der Schlitzereien niedrig ein:
a) Es werden genügend Sicherheitsleute auf die gute Stube der Republik und der BVG aufpassen
b) Brandenburger Tor ist selbst für abgehärteste Punks viel zu kalt
c) Der Nutzen der U55 hält sich verkehrstechnisch arg in Grenzen. Sie wird m.E. in den nächsten Jahr wohl hauptsächlich von Touris & bahnreisenden Adlon-Gästen genutzt werden.
Daniel
27. August 2009
21:27 Uhr
Was ich persönlich ja irgendwie arg bemerkt habe ist die Lautstärke. Echt nervig auf den Bahnhöfen find. richtig dieser “bahnhofshallen” charakter. irgendwie unschön.
derzeit ist die Bahn wohl echt eher sinnlos. bleibt abzuwarten was die generellen ausbaumaßnahmen der nächsten jahre…eh jahrzehnte bringen.
Stefan
29. August 2009
13:01 Uhr
@Daniel: Yub – ist wohl dem Repräsentationscharakter geschuldet. Wirkt alles über dimensioniert, kalt und hallig…
Am übelsten finde ich jedoch immer noch die Planung, die S-Bahnstation „Unter den Linden“ im Zuge des weiteren Ausbaus der U5 / U55 umzubenennen (in „Brandenburger Tor“, wenn ich mich recht erinnere).
Dirk
11. Dezember 2009
00:06 Uhr
kalt ist ja noch geschönigt …