Wir waren doch gut am Schlucken, als wir am vergangenen Dienstag um kurz nach sieben Uhr von Berlin Hauptbahnhof zu unserem Notar nach Hamburg wollten: Nix mehr ICE, sondern ein IC-Ersatzzug. Und dann in der 2. Klasse auch noch ausstaffiert mit den alten Interregio-Wagons, vielleicht sogar frisch aus irgendeinem Depot gezerrt, denn in unserem Wagen funktionierte die Beleuchtung nicht.
Schlagartig wurde mir bei dieser Aussicht auch klar, warum der Fahrkartenautomat am S- und Fernbahnhof Berlin-Friedrichstraße sich zuvor beharrlich weigerte, mir für die morgentliche Verbindung nach Hamburg einen ICE anzubieten. Als altgedienter Bahnreisender kompensierte ich diese Beratungsfehlleistung – dusselige Software, wie immer… – natürlich lächelnd durch die Buchung eines späteren Zuges – und kam somit selbstmurmelnd auf beiden Teilstrecken in den Genuß einer ICE-Fahrt.
Da saßen wir also in unserem not- bis kaum beleuchteten Interregio-Abteil, als die Atmosphäre sich in Form des Schaffners schlagartig aufzuhellen begann. Vielleicht war meine ICE-Fahrkarte ja Anlaß; jedenfall bot er uns an, in einem der beiden 1. Klasse-Wagen an der Zugspitze Platz zu nehmen. Gesagt, getan – und Platz nehmen ist eine Untertreibung:
Es stellte sich spontan ein Fauteuil-artiges Sitzgefühl ein, gepaart mit Ludwig-Erhard-Wirtschaftswunder-Stimmung und / 8-
Die Sitzabstände sind eher in Metern, denn Zentimetern zu messen. Und dann diese heute unbekannte Liebe zum Detail: ordentliche Schalter oder Drehköpfe, nicht dieses neuzeitliche Gemurkse.
Im Nachherein ist dies alles nicht weiter verwunderlich, könnte es sich bei unserer Kutsche mit der Nummer DB 61 80 19-95 047-5 doch um einen der ursprünglichen (DB)#Rheingold-Wagen” target=”self”>Rheingold-